Amedes Diver Nautic Club
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Fotoshooting mit einem Hecht.....

Mit den Fotomodellen unter Wasser ist das so eine Sache - Taucher sieht man ja genügend und sie lassen sich auch mehr oder weniger gerne in Posen einweisen. Aber wie sieht es mit den Fischen aus? Mein ganz spezielles und bestimmt unvergessliches Erlebnis als Unterwasserfotografin bescherte mir ein Hecht.
 

Wie sicher alle Taucher wissen, sind Hechte blitzschnell - und vor allem blitzschnell wieder weg! In der Regel sieht ein Fotoshooting so aus:. Sieht man mal einen Hecht im Wasser "stehen", versucht man gaaaanz vorsichtig und mit möglichst ruhigen Bewegungen den Fotoapparat in Position zu bringen. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass der Apparat kurz vorher noch in den Standby-Modus gefallen ist, was bedeutet, dass er ein Weilchen braucht, bis er wieder einsatzbereit ist. Zoom hin,  Zoom her, damit der Hecht auch wirklich gut eingemittet ist. Während diesen ganzen Übungen sollte man möglichst ruhig im Wasser liegen - ein atemraubender Kraftaufwand, das kann ich euch sagen! Drückt man dann endlich ab, hat sich der Hecht meist schon aus dem Staub gemacht. Glücklich, wer die Schwanzflosse klar und deutlich auf dem Foto sieht.


Das zum normalen Ablauf.... Ich hatte das seltene Glück auf einen überaus geduldigen Hecht zu treffen. Auf ca. 30 Metern Tiefe tauchten Marc und ich am Broder, bei herrlich klarer Sicht. Meinen Fotoapparat hatte ich im Schlepptau und erwartete in dieser Tiefe keine Fischbegegnung. Doch da war er plötzlich - mein Hecht! Die nächsten Schritte habe ich oben bereits beschrieben - mit dem nicht unbedeutenden Unterschied, dass auch nach dem Abdrücken der Fisch immer noch da war! Meine Chance, noch ein zweites und drittes Foto zu machen! Von links, von rechts, ein wenig tiefer und direkt von vorne - wow, das werden bestimmt wunderschöne Bilder..... der Hecht sah mir teilnahmslos zu und liess alles geduldig über sich ergehen. Zwischendurch blitzten Gedanken auf wie: "eigenartig, dass er nicht flieht" oder "ist er etwa krank?". Aber der Hecht sah nicht krank aus und die Augen glänzten; also, gleich noch ein Foto. Zehn Fotos und diverse Flossenschlägen später schaute ich Marc fragend an; irgend etwas stimmte hier doch nicht!? Ich fuchtelte nun weniger vorsichtig mit den Armen um den Fisch in Bewegung zu bringen - unbeirrt und unbeweglich blieb der Hecht seinem Platz treu.

  


Liebe Fotografenkolleginnen und -kollegen, falls ihr mal der gleichen Situation gegenübersteht seid versichert - da kann sehr vieles nicht stimmen. Es ist nicht so, dass der Fisch es gut mit euch meint oder mit vollem Magen nicht schwimmen mag. Des Rätsels Lösung ist: Der Fisch ist tot!

Wenn nach dem Kopfschütteln eure Augen wieder auf den Bildschirm gerichtet sind, möchte ich doch noch feierlich betonen, dass überhaupt keine Anzeichen für sein Hinscheiden erkennbar waren. Vermutlich ist er gestorben, als er "schon wieder" einen Tauchfotografen mit erhöhter Pulsfrequenz auf sich zukommen sah.....?

Liebe Taucherkolleginnen und -kollegen, falls ihr mal Taucherfotos von euren Fotografenkollegen bewundert und ein Fisch besonders gut getroffen ist, stellt euch ruhig die Frage - lebte der Fisch überhaupt noch?

Sonnige Flossenschläge
Renata

@Bericht und Fotos von Renata Thom