Amedes Diver Nautic Club
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Etwas kurz...

Liebe Leser

Habt ihr den letzten Sonntag auch so genossen? Sonnig, warm mit einer Spur Feriengefühl? Für uns (Marc, Rolf und mich) schien dieser Tag ideal für einen Tauchgang zu sein. Ich hatte meine Unterwasserkamera aus dem Winterschlaf geholt und freute mich auf gute Lichtverhältnisse, eine tolle Sicht und dementsprechend gute Fotos für die ADE-Homepage. Zugegeben, Licht und Sichtweiten sind bei Weitem nicht die einzigen Kriterien für gute Fotos…

Zu dritt machten wir uns um 17h auf den Weg zum Caumasee.  Beim See angekommen waren andere Tauchkollegen bereits dabei sich umzuziehen. Wir erwischten gerade noch den letzten Parkplatz. Kaum ausgestiegen, standen Marc und Rolf schon an der Anhöhe um Wasserstand und Sicht zu erkunden… und ich hatte meine ersten Bilder damit auch schon im Kasten.

Die Tauchgangsvorbereitungen begannen ganz normal – doch schon beim Anschliessen der Flasche erwartete Marc eine etwas unangenehme Überraschung: Seine Tauchflasche hatte über Nacht Luft verloren und der Finimeter zeigte lediglich 50 bar an. Nun kommt man mit dieser Menge mit besten Willen und mit noch so minimalem Luftverbrauch nicht wirklich weit. Rolf sei Dank musste Marc nicht auf den Tauchgang verzichten – nur verdienen musste er sich den Tauchgang zuerst,  indem er nochmals zum Auto von Rolf (Parkplatz Prau La Selva) hochfahren durfte um ein anderes Gerät zu holen.

Wenige Augenblicke später war er auch schon wieder vor Ort und wir konnten uns nun auf einen ungetrübten Ablauf freuen….

Wer schon mal beim Caumasee war, hat bestimmt noch den spektakulären Abstieg zum See vor Augen. Mit Flossen, Maske, Lampe und Unterwasserkamera in den Händen „hangelt“ man sich den Hang hinunter. Jedes noch so schmale Baumstämmchen/Ästchen muss als kurzfristiger Halt hinhalten. Aber nach all den Jahren und den entsprechend vielen Tauchern scheint so ein Bäumchen nichts mehr erschüttern zu können.

 

  

Marc war vor mir im Wasser und so übergab ich ihm meine Unterwasserkamera, damit ich meine Flossen ungehindert anziehen konnte. Kaum hatte ich eine Flosse an, hörte ich ihn auch schon ganz entsetzt rufen. Ich schaute mich um und sah, dass die Kamera bis zur Hälfte geflutet war und ein Stückchen Dichtung herausschaute. Mon Dieu, was machte die Dichtung da? Und vor allem musste das Wasser sofort da raus!

Nun, liebe Leser, stellt euch folgende Situation vor: Löst mal mit Trockenhandschuhe eine „Miniverriegelung“, betätigt gleichzeitig den auch nicht gerade riesigen Öffnungshebel und haltet dabei auch noch eine Überschallgeschwindigkeit ein!? Allein schon bei der Vorstellung hält man den Atem an, kommt unweigerlich ins Schwitzen und sieht für den Fotoapparat keine Hoffnung mehr, nicht wahr? Und jetzt stellt euch das bitte mal in „Natura“ vor.

Nach erfolglosen Versuchen zog Marc einen Handschuh aus und gab ihn mir vertrauensvoll zur Aufbewahrung.  Habt ihr geachtet, worauf die Betonung liegt? Richtig, auf vertrauensvoll. Nun ja, zu meiner Verteidigung muss ich wohl auf meine Sorge um meinen Fotoapparat hinweisen, denn es ist mir nicht wirklich gelungen diese Aufgabe zu meistern. In einem Moment der Unachtsamkeit erwischte der Handschuh ein wenig Wasser – aber wirklich nur ganz kurz, ehrlich! Das Schlimme war, dass ich es nicht mal bemerkte; der arme Marc musste mich, mit ein wenig nervöser Stimme, darauf aufmerksam machen. Seine Aufmerksamkeit war kurzfristig von meinem Fotoapparat zu seinem Handschuh gewechselt. Ich brachte ihn dann ein wenig unsanft auf das Wesentliche zurück. In welcher Priorität, frage ich euch, steht denn ein nasser Handschuh gegenüber einem immer noch gefluteten Fotoapparat?

Als das Gehäuse dann endlich offen war, plätscherte das Wasser fröhlich zurück in den Caumasee – da wo es eigentlich auch hingehörte. Mein Tauchgang war damit beendet. In Sorge um meinen Apparat kraxelte ich aus dem Wasser und begann verzweifelt, das Wasser aus den Ritzen und Rillen zu pusten. Bestimmt keine effiziente Arbeit, doch als Nervennahrung sehr sinnvoll. Meine Tauchkollegen wollten mich immer noch auf den Tauchgang mitnehmen – doch ich winkte dankend ab, ich war beschäftigt.

Trotz all meinen Sorgen verlor ich doch nicht die Hoffnung auf einen zwar gewaschenen, aber intakten Fotoapparat. Mein Hoffnungsschimmer wurde jedoch hemmungslos von Priska zerstört als sie meinem Fotoapparat eine Restlebenszeit von 1 Tag prophezeite.

Marc und Rolf durften einen schönen Tauchgang mit endlos langer Sichtweite und guten Lichtverhältnissen geniessen. Wenn ich auf den nassen Handschuh zurückkommen darf -> er hat Marc eine eiskalte Hand und dadurch keinen besonders unbeschwerten Tauchgang beschert. Ich werde das nächste Mal seine Anweisungen beherzigen und auch einen nassen Handschuh ernst nehmen, versprochen!

Wenn ihr nun noch wissen wollt,  wie es meinem Fotoapparat geht, dann kann ich euch leider noch keine Antwort geben. Er befindet sich bereits im zweiten Trocknungstag und ich habe noch nicht den Mut aufgebracht, nachzuschauen.

Sonnige Flossenschläge
Renata

@Bericht und Fotos von Renata Thom