Amedes Diver Nautic Club
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Alltägliches...(Ein Bericht aus dem Alltag)

 

Heute geht es in meinem Bericht mal nicht um die Welt des Tauchens, sondern um den ganz normalen Alltag.
In dieser stressigen Zeit stelle ich vermutlich berechtig die Frage: Wann habt ihr euch das letzte Mal Zeit genommen, habt euch irgendwo auf einer Bank gesetzt und entspannt euren Mitmenschen zugesehen? Lange her? Dann empfehle ich euch: Nehmt euch diese Zeit und es wird euch so richtig bewusst, von wie vielen komischen, eigenartigen, speziellen Situationen ihr umgeben seid ohne es zu sehen. Von zwei persönlichen Erlebnissen möchte ich euch unbedingt erzählen; hier schon mal das erste:
Vor einiger Zeit bin ich in meinem Auto auf der Ringstrasse in Chur Richtung Masans gefahren. Wer die Ringstrasse kennt, weiss, dass es da einige Kreisel gibt. Auf einen davon bin ich an diesem Tag langsam zugefahren; langsam weil ich in einer riesige Autokolonne steckte und langsam, weil es sich nun mal so gehört. Die Kolonne war für einmal mein Glück, denn sonst hätte ich dieses spezielle Erlebnis gar nicht bemerkt.

Als ich nun an die Reihe kam um in den Kreisverkehr einzubiegen, musste ich kurz anhalten, weil im Kreisel ein Auto von links angefahren kam. Als er dann die Ausfahrt nahm, ohne den Blinker zu setzen, wollte ich schon innerlich und vielleicht auch ein wenig äusserlich meinem Unmut kundtun, da erblickte ich den Fahrer.
Der Fahrer des Corpus delicti, sass flott und konzentriert am Steuer. Seine Hände lagen, wie aus dem Lehrbuch, seitlich oben am Lenkrad. Er sass alleine im Auto, hatte kein Natel am Ohr, suchte nichts im Handschuhfach und fummelte auch nicht am Radio herum – er sass einfach nur da und hielt seinen Blick starr geradeaus. Passend zu seiner Altersklasse (er schien die 70 schon überschritten zu haben) hatte er über sein Hemd einen Pullunder übergezogen. Ihr wisst schon, diese ärmellosen Pullover – sind die überhaupt noch „in“? Nun ja, zumindest passte es zu seiner braunen Manchesterhose. Bei den Schuhen bin ich mir nicht mehr so sicher – ich konnte sie nicht ganz so deutlich sehen; es ging alles ein wenig schnell.
Während ich diese Beobachtungen machte, bin ich sicherheitshalber nicht weitergefahren. Bei einem Auffahrunfall hätte mir bestimmt niemand meine Erklärungen abgenommen und mich umgehend für verrückt erklärt. 

Habt ihr euch während des Lesens evt. gefragt, weshalb ich über den Pullunder oder die Hose des Herrn so gut Bescheid wusste? Die Erklärung ist einfach: Die Fahrertüre war sperrangelweit offen! Wäre dieser Herr nun nicht so konzentriert Auto gefahren und hätte es an diesem Tag zudem geregnet, hätte er es wohl bemerkt. Wie weit ist er wohl mit dieser offenen Tür gefahren? Während ich endlich weiterfuhr stellte ich mir insgeheim vor, wie sich wohl beim Parken die Physik auf die Türe auswirken würde…
 

Sonnige Flossenschläge
Renata

@Bericht von Renata Thom