Amedes Diver Nautic Club
Login Mitgliederbereich
User:
Passwort:
 

Tauchgang auf 60 Meter? Aber klar doch…


Warst du schon mal auf 60 Meter? Wenn nicht, musst du es unbedingt mal ausprobieren. Ich war vor einiger Zeit da und bin absolut begeistert! Das Runtergehen war keine grosse Sache; faszinierend war insbesondere die Anzahl der benötigten Druckausgleiche. So viele habe ich noch nie während eines einzigen Tauchgangs gemacht. Leider habe ich nicht daran gedacht sie zu zählen – es waren auf jeden Fall enorm viele.
Auf ca. 57 Meter angekommen war mir ein wenig schwindlig und ich hatte Mühe Luft zu bekommen. Nicht jeder der Gruppe hatte die gleichen „Symptome“ – zum gemeinsamen Nenner konnte man aber durchaus die Situationskomik zählen. Jeder hatte es wahnsinnig lustig; bei den kleinsten Gestiken brach man in brüllendes Gelächter aus und konnte sich beinahe nicht mehr erholen. Man brauchte einander nur anzusehen und schon prustete einer wieder los… und ich schien nach jedem Lachanfall noch weniger Luft zu bekommen. Wir hatten Ballone mitgenommen, um an ihnen die Druckdifferenz der verschiedenen Tiefen zu erkennen. Aber eigentlich wären sie ja gar nicht nötig gewesen – ich konnte die Tiefe auch am Verhalten meiner Tauchkollegen ablesen ;o).
Fahrlässig, meinst du? Aber nein, es war für jeden mehr als genügend Luft vorhanden. Kalt? Nein, nein, auch nicht; die meisten haben geschwitzt wie nach einem Marathonlauf. Erst beim Auftauchen wurde es dann ein wenig frisch. Der ganze Tauchgang dauerte knappe 60 Minuten; die Zeit verging wie im Fluge.


Während des ganzen Tauchgangs waren wir eng beieinander – Schulter an Schulter, sozusagen. Jeder beobachtete den anderen um im Notfall reagieren zu können. Auch sonst war die Sicherheit gross geschrieben. Wir waren in ständigem Kontakt mit „oben“ und wurden regelmässig nach unserem Befinden gefragt.
Auf dem tiefsten Punkt des Tauchgangs erhielten wir einen Fragebogen. Im Grunde standen da ganz einfache Fragen, aber in dieser Tiefe arbeitet das Gehirn recht eigenartig. Wusstet ihr, dass Gurken nicht grün sind und das Jahr 365 Wochen zählt? Zudem war Louis Armstrong auf dem Mond und die meisten von uns haben den Tiefenrausch nicht gespürt. Wirklich viele interessante Erkenntnisse.
Auf dem Weg nach oben gab es auf ca. 12 Meter eine kleine Zwischenverpflegung. Gummibärchen, die vom Druck eine etwas diffuse Form angenommen hatten... geschmeckt haben sie wunderbar.
Nach einer unendlich erscheinenden Austauchzeit auf 3 Meter, tauchten wir ganz auf und liessen auch den letzten Druck hinter uns. Nachdem der auf ca. 40 Meter aufgeblasene Ballon geplatzt war und wir nicht mehr alles ganz so lustig fanden, öffnete sich die Türe und wir kletterten wieder zur Druckkammer hinaus.

Wie du siehst, kann ein Tauchgang auf 60 Meter recht sicher sein – du stehst unter ständiger Beobachtung und an der Technik stehen zwei Profis, die jederzeit eingreifen können. Du frierst nicht und hast unendlich viel Luft. Eindrucksvoll ist bestimmt auch, dass in der Tiefe jeder mit einer Mickey-Mouse -Stimme spricht und so seinen Teil zur allgemeinen Belustigung beitragen darf. Die Tauchgänge fanden in vier Gruppen statt. Alle, die „an Land“ waren, konnten die Taucher hören und sehen und amüsierten sich köstlich über deren Verhalten, Stimmen und das unendlich währende Gelächter.
Ein spannendes Erlebnis, das als gemeinsamer Anlass der drei Tauchclubs „SLRG“, „ORCA“ und „ADE“ stattgefunden hat und das ganz klar eine Wiederholung wert ist.
 

@Bericht von Renata Thom